Luftentfeuchtung, Ratgeber

Luftentfeuchter im Keller: was gegen Feuchtigkeit und Schimmel wirklich hilft

INHALTSVERZEICHNIS

Im Keller riecht es muffig, an der Außenwand zeichnet sich ein grauer Rand ab und der Karton mit den Winterjacken fühlt sich klamm an. Kaum ein Hausbesitzer kennt das nicht. Ein Luftentfeuchter im Keller löst viele dieser Probleme, aber eben nicht alle. Entscheidend ist, woher die Feuchtigkeit kommt. Hier erfahren Sie, wie Sie die Ursache eingrenzen, welche Werte im Keller noch in Ordnung sind und welches Gerät zu welchem Fall passt.

Woher die Feuchtigkeit im Keller kommt: 5 typische Ursachen

Bevor Sie ein Gerät aufstellen, lohnt sich ein genauer Blick. Die Ursache bestimmt, ob ein Entfeuchter reicht oder ob am Gebäude etwas getan werden muss.

1. Sommerkondensat. Viele lüften den Keller ausgerechnet im Juli am fleißigsten und machen es damit schlimmer. Warme Außenluft mit 25 °C und 60 Prozent relativer Luftfeuchte hat einen Taupunkt von knapp 17 °C. Kellerwände sind im Sommer oft nur 12 bis 15 °C warm. Trifft die Luft auf diese Flächen, kühlt sie ab und das Wasser schlägt sich an der Wand nieder.

2. Fehlende oder beschädigte Abdichtung. Hier dringt Feuchtigkeit von außen durch das Mauerwerk oder steigt aus dem Boden auf. Typische Zeichen sind weiße Salzausblühungen, abplatzender Putz und nasse Stellen vor allem im unteren Wandbereich.

3. Wäsche, die im Keller trocknet. Eine Maschine nasser Wäsche gibt beim Trocknen gut einen Liter Wasser an die Raumluft ab, oft mehr. Im kühlen Keller ohne Luftaustausch bleibt diese Feuchtigkeit hängen.

4. Wasserschaden. Ein geplatztes Rohr, Rückstau aus dem Kanal oder Starkregen. Dann geht es nicht mehr um das Raumklima, sondern um eine technische Trocknung von Wänden und Boden.

5. Restfeuchte im Neubau. Beton, Mauerwerk und Estrich geben in den ersten ein bis zwei Jahren große Mengen Wasser ab. Ein neuer Keller ist deshalb fast immer feuchter als ein alter.

Welche Luftfeuchtigkeit im Keller normal ist

Für Wohnräume empfiehlt das Umweltbundesamt eine relative Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent. Ein Keller, der nur als Lager dient, darf etwas darüber liegen. Kritisch wird es, wenn die Werte über Wochen nicht sinken.

Relative LuftfeuchteBewertung für den Keller
unter 60 %unproblematisch, auch für Hobbyraum oder Büro
60 bis 65 %für einen Lagerkeller noch vertretbar
65 bis 70 %beobachten, empfindliche Dinge nicht mehr lagern
dauerhaft über 70 %hohes Schimmelrisiko, Handlungsbedarf

Ein einfaches Hygrometer kostet wenig und zeigt Ihnen, wo Sie stehen. Messen Sie über mehrere Tage und zu verschiedenen Uhrzeiten. Ein einzelner Wert nach dem Wäschewaschen sagt wenig aus.

Wann ein Luftentfeuchter im Keller sinnvoll ist

Bei Sommerkondensat, feuchter Wäscheluft und Restfeuchte im Neubau ist ein Luftentfeuchter im Keller genau das richtige Mittel. Er zieht das Wasser aus der Luft, die Wände geben nach und nach Feuchtigkeit ab und der Kreislauf aus Nässe und Schimmel wird unterbrochen. Nach einem Wasserschaden ist ein leistungsstarker Trockner ohnehin Pflicht, damit sich die Feuchtigkeit nicht ins Mauerwerk zurückzieht.

Anders sieht es aus, wenn Wasser von außen nachdrückt. Dann entfeuchtet das Gerät Tag für Tag dieselbe Wand, die Stromrechnung steigt und das Problem bleibt. Wenn Sie den Verdacht haben, dass eine Leitung undicht ist oder die Abdichtung versagt, sollte zuerst die Ursache gefunden werden, zum Beispiel durch eine professionelle Leckageortung. Erst danach lohnt sich die Trocknung.

Kondenstrockner oder Adsorptionstrockner: welcher Luftentfeuchter für den Keller?

Bei der Wahl des Gerätes spielt die Temperatur im Keller die größte Rolle. Kondenstrockner arbeiten mit einem Kältekreislauf, ähnlich wie ein Kühlschrank. Sie sind sparsam und arbeiten am besten bei Raumtemperaturen ab etwa 15 °C. Wird es deutlich kälter, sinkt ihre Leistung spürbar.

Adsorptionstrockner binden die Feuchtigkeit an ein Trockenmittel und funktionieren auch in sehr kalten Räumen gut. Dafür brauchen sie mehr Strom, wie Sie in unserem Beitrag zum Stromverbrauch von Bautrocknern nachlesen können.

Für die meisten Keller im Frühjahr, Sommer und Herbst ist ein Kondenstrockner die wirtschaftlichere Wahl. Nur ein unbeheizter Keller, der im Winter dauerhaft unter 10 °C liegt, spricht für ein Adsorptionsgerät.

Luftentfeuchter für den Keller: Haushaltsgerät oder Profi-Bautrockner?

Für einen kleinen, nur leicht feuchten Kellerraum reicht oft ein Haushaltsentfeuchter mit 10 bis 20 Litern Tagesleistung. Sobald die Wände sichtbar nass sind, der Keller groß ist oder ein Wasserschaden vorliegt, kommen diese Geräte an ihre Grenzen. Der Tank ist schnell voll und die Leistung reicht nicht, um gegen die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk anzukommen.

Ein Profigerät wie der Bautrockner KT50 LP entzieht der Luft bis zu 50 Liter Wasser am Tag und ist für Flächen bis etwa 70 m² ausgelegt. Laut Datenblatt arbeitet er ab 5 °C. Gerade im Keller praktisch ist die eingebaute Kondensatpumpe. Das Kondenswasser läuft über einen Schlauch direkt in den Abfluss oder durch das Kellerfenster nach draußen, und niemand muss täglich den Behälter leeren.

Ob Sie das Gerät kaufen oder nur für ein paar Wochen brauchen, hängt vom Einsatz ab. Unsere Entscheidungshilfe zu Mieten oder Kaufen hilft Ihnen bei der Rechnung.

So setzen Sie den Luftentfeuchter im Keller richtig ein

Schließen Sie Fenster und Türen, solange das Gerät läuft. Sonst entfeuchtet es die Außenluft gleich mit. Stellen Sie den Trockner möglichst mittig in den Raum, mit etwas Abstand zu Wänden und Regalen, damit die Luft frei zirkulieren kann. Mehr dazu finden Sie in unserer Anleitung Bautrockner richtig aufstellen.

Behalten Sie das Hygrometer im Blick. Ein Zielwert um 55 Prozent reicht für die meisten Keller völlig aus. Ist er erreicht, können Sie das Gerät stundenweise laufen lassen, statt rund um die Uhr. Wenn Sie zwischendurch lüften, dann im Sommer nachts oder in den frühen Morgenstunden, wenn die Außenluft kühl ist. Im Winter können Sie dagegen zu jeder Tageszeit lüften.

Räumen Sie Kartons und Möbel ein Stück von den Außenwänden weg. Hinter dicht gestellten Regalen staut sich die Feuchtigkeit, und genau dort entdeckt man den Schimmel meist zu spät.

Häufige Fragen

Wie lange muss ein Luftentfeuchter im Keller laufen?

Bei normal feuchter Luft sinken die Werte oft schon nach wenigen Tagen deutlich. Wenn die Wände durchfeuchtet sind, etwa nach einem Wasserschaden, dauert es meist mehrere Wochen. Danach genügt es in vielen Fällen, das Gerät nur noch bei Bedarf einzuschalten.

Welche Luftfeuchtigkeit sollte ein Keller haben?

Ideal sind Werte unter 60 Prozent. Ein reiner Lagerkeller verträgt bis etwa 65 Prozent. Liegt die Luftfeuchte über längere Zeit bei mehr als 70 Prozent, steigt das Risiko für Schimmel stark an.

Hilft ein Luftentfeuchter gegen Schimmel im Keller?

Er nimmt dem Schimmel die Grundlage, denn ohne Feuchtigkeit kann er nicht wachsen. Vorhandenen Befall entfernt er aber nicht. Kleine Stellen können Sie selbst behandeln, bei größeren Flächen sollte ein Fachbetrieb ran.

Sollte man den Keller im Sommer lüften?

Nur nachts oder früh morgens. Tagsüber bringt die warme Luft mehr Feuchtigkeit hinein, als sie hinausträgt, weil sie an den kühlen Wänden kondensiert.

Kann ich Wäsche im Keller trocknen?

Ja, wenn die Feuchtigkeit abgeführt wird. Mit einem laufenden Luftentfeuchter trocknet die Wäsche sogar schneller. Ohne Gerät und ohne Lüftung landet das Wasser dagegen an den Wänden.

Sie möchten Ihren Keller schnell trocken bekommen? Den KT50 LP können Sie bei uns ab 10 € pro Tag mieten oder direkt kaufen. Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern.

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